[Rezension] Das Mädchen, das den Mond trank von Kelly Barnhill



         Titel: Das Mädchen, das den Mond trank
         Autor: Kelly Barnhill
         Altersempfehlung: ab 10
         Übersetzer: Sandra Knuffinke, Jessika Komina
         Seitenanzahl: 464
         Reihe: Einzelband
         Preis:16,99 € [D]
         ISBN: 978-3-7373-5538-4
         Verlag: Fischer Verlage






  Inhalt


Im Sternenlicht liegt natürlich Magie. Das ist allgemein bekannt.
Aber Mondlicht: Das ist eine ganz andere Geschichte. Mondlicht ist pure Magie.
Das weiß jeder.

Diese Geschichte erzählt von einer Hexe, von der alle glauben, sie sei böse, einem kleinen Mädchen, das die Hexe bezaubert, einem sechsarmigen Sumpfmonster, das Gedichte liebt, von einem wahrhaft winzigen Drachen und einem jungen Mann, der sich aufmacht, die Hexe zu töten.

Jedes Jahr lassen die Bürger des Protektorats ihr jüngstes Kind im Wald zurück – als Opfergabe zum Schutz vor der bösen Hexe. Jedes Jahr rettet die Hexe Xan die ausgesetzten Kinder, denn sie ist gar nicht böse.
Dieses Jahr jedoch ist alles anders. Xan gibt dem ausgesetzten kleinen Mädchen aus Versehen Mondlicht zu trinken. Doch Mondlicht ist pure Magie! Und so wächst in dem Kind, genannt Luna, große Macht heran … Wird sie diese Macht für das Gute einsetzen und die Stadt, die sie einst opferte, von ihrem grausamen Schicksal befreien? (Quelle: Fischer Verlage)


 Meine Meinung zum Buch


Gestaltung: Auf "Das Mädchen, das den Mond trank" habe ich mich schon seit längerem gefreut und als ich es endlich in den Händen hielt, wollte ich unmittelbar damit beginnen. Die Grundidee sprach mich augenblicklich an, gerade weil ich in der letzten Zeit total gerne Kinderbücher lese. Und da war dieses Buch genau das richtige für mich. Optisch gefällt es mir ebenfalls und so sind alle wichtigen Elemente aus der Geschichte auf dem Cover zu finden, was ich sehr gut finde. Zu dem klang der Klappentext wirklich absolut zauberhaft, was meine Vorfreude noch größer machte.

Einstieg: Die Autorin beginnt mit einem kurzen Kapitel, in dem in der Geschichte eine Geschichte erzählt wird, was ich als Einstieg unglaublich gelungen fand. Denn in diesen ersten Seiten, erzählt eine Mutter ihrem Kind die Geschichte von der bösen Hexe Xan, die jedes Jahr ein Kind aus dem Protektorat mit sich nimmt. Diese Einleitung gefiel mir sehr gut, denn so war ich als Leser auf dem selben Stand, wie auch die Bewohner des Dorfes. So schnell ich in der Geschichte ankam, so wohl fühlte ich mich auch gleich im Erzählstil von Kelly Barnhill.

Charaktere: Einer der wichtigsten Schlüsselfiguren in dieser Geschichte ist die Hexe Xan, die natürlich alles andere als böse ist. So versteht sie die Bewohner nicht, die jedes Jahr zur selben Zeit das jüngste Kind des Dorfes in den Wald aussetzen. Da Xan aber ein Charakter mit einem ganz großen Herzen ist, nimmt sie die Kinder an sich, gibt ihnen Sternenlicht zu trinken und schenkt ihnen ein neues Leben. So kommt es aber eins ums andere, dass Xan einem Mädchen aus Versehen Mondlicht zu trinken gibt - da das Kind nun magifiziert ist, nimmt sie die kleine Luna bei sich auf. Und Luna ist ein absolutes Goldstück. Ich habe mich sofort in diesen kleinen Wirbelwind verliebt und wer dieses Buch liest, dem wird es nicht anders ergehen. Sie ist so lebensfroh und brachte mich immer wieder zum Lachen. Aber die Autorin hat noch mehr Figuren geschaffen, bei denen mir regelrecht das Herz aufging. Kelly Barnhill verleiht ihren Figuren so unendlich viel Tiefe, dass es gar nicht anders ging, als diese ins Herz zu schließen. Selbst die Nebenfiguren wie Antain und die "Verrückte" die nicht weniger bedeutend waren, waren wunderbar ausgearbeitet. Und so war ich auch von dem wahrhaft winzigen Drachen Fyrian, der die kleine Familie mit seiner freudigen Art wunderbar ergänzt, aber auch vom sechsarmigen Sumpfmonster Glerk (dessen Namen ich total passend finde, wenn man es Glörk ausspricht), der ein gewisser Ruhepol der Familie ist, und ziemlich alles in Gedichten ausdrückt, absolut angetan.

Handlung: Für ihre Geschichte wählte die Autorin mehrere Handlungsstränge, die nach und nach zusammenkommen. So betrachtete ich die Geschichte aus verschiedenen Sichten und konnte unterschiedliche Orte kennenlernen. Vorrangig begleitete ich auf der einen Seite die kleine Familie rund um Luna, Xan, Fyrian und Glerk - ein Handlungsstrang, der oft nur vor Freude und Magie sprühte - und auf der anderen Seite gab es immer wieder Passagen aus dem Protektorat, wo die Stimmung viel melancholischer war. Die Mischung gefiel mir wahnsinnig gut. Schnell merkt man aber auch, dass sich auch rund um Luna die Stimmung ändert, und so machte sich eine Melancholie über diese Geschichte breit, die vielleicht für jüngere Leser etwas schwer zu greifen ist. Mir hat die Geschichte wahnsinnig gut gefallen und so baut die Autorin neben einfach nur bezaubernden Szenen, auch recht düstere Passagen ein, die wiederrum von sehr traurigen und auch herzerwärmenden abgelöst werden. Gerade zum Ende brachte Kelly Barnhill eine Wendung ein, die ich in keinster Weise vorhersehen konnte, für mich aber sehr stimmig war. Und auch wenn ich gerade das Ende sehr traurig fand, war es für mich mehr als passend und zufriedenstellend.

Schreibstil: Kelly Barnhill schreibt einfach ganz wundervoll, so dass selbst ich - die keine 10-Jährige ist, für die eigentlich die Geschichte gerichtet ist - mich absolut wohl in der Geschichte fühlte. Die Autorin schreibt so lebendig und bildhaft, dass es für mich ein Vergnügen war zu sehen, wie Luna aufwächst, zu erleben, wie sich Antain auf die Reise begibt, um die Lüge um Xan aufzudecken, wie all die Figuren eine wunderbare Einheit bilden und vor allem wie viele Details entdeckt werden wollten. Kelly Barnhill schreibt so angenehm und ihre Liebe zum Detail merkt man in jedem Kapitel, was mich noch tiefer in die Geschichte eintauchen ließ.

Mein Urteil 

 

"Das Mädchen, das den Mond trank" von Kelly Barnhill sieht nicht nur optisch sehr schön aus, sondern zwischen den Buchdeckeln verbirgt sich eine Geschichte, die man unbedingt lesen sollte, gerade wer Märchen und besondere Figuren liebt. Mich hat dieses Buch wahnsinnig berührt, gerade die tollen Figuren, die unterschiedlicher nicht sein können, habe ich augenblicklich ins Herz geschlossen. Die Geschichte ist von einer großen Melancholie geprägt, was ich selbst gar nicht schlecht fand - trotzdem ist hier meine einzige Kritik: Gerade für jüngere Leser ab 10 ist diese Traurigkeit vielleicht etwas schwer zu greifen. Für mich war hier jedoch alles stimmig und deshalb spreche ich hier eine absolute Leseempfehlung aus. Ich vergebe sehr gute 5 von 5 Welten!

Kommentare:

  1. Hallo liebe Cata <3,

    eine wunderbare Rezi und wir sind uns mehr als einig, was dieses Buch betrifft. Ich hoffe, dass ich meine Rezi nach Leipzig schreiben kann und dann kommt diese natürlich auch zeitnah online.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Huhu mein lieber Uwe <3,

      ich danke dir vielmals für deine lieben Worte <3 und mir war schon mehr als klar, dass mir das Buch genauso gut gefallen wird wie euch beiden ^^ auf deine Rezi freue ich mich natürlich auch, auch wenn ich dein Fazit zu diesem Buch eigentlich schon kenne ;)

      Liebe Grüße,
      Cata

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Schön, dass du ein paar liebe Worte dagelassen hast, ich freue mich sehr darüber <3

Alles Liebe, Caterina

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